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Buchtipp: Quickfinder Gartenjahr – ein toller Überblick über die to dos im Zier- und Nutzgarten

Der beste Zeitpunkt, um alles rund um den Garten zu planen, ist der Winter. Für mich bedeutet das: Zeit zum Einlesen. Als erstes schnappe ich mir das Buch “Quickfinder Gartenjahr” vom GU-Verlag. Meine Hoffnung, dass ich hier einen guten Überblick finde über anstehende Arbeiten in meinem Garten, wird voll erfüllt.

Womit muss ich eigentlich anfangen, wenn ich Mitte März zum ersten Mal auf unser Camping-Grundstück komme? Diese Frage treibt mich natürlich seit Wochen um. Antworten darauf hat mir der Quickfinder in ganz wunderbar sortierter und kompakter Form geliefert.

Der erste Eindruck: So viele Jahreszeiten?!

Das erste, was ich lerne, ist: Die Jahreszeiten lassen sich deutlich kleinteiliger differenzieren als lediglich in vier gleichmäßig verteilte Abschnitte für Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Betrachte ich das Gartenjahr, so gibt es immer eine Vor-, Hoch- und Nachjahreszeit. Nur der Winter bleibt Winter. Somit teilt sich der Quickfinder in zehn verschiedene Kapitel. In der Fachsprache nennt man diesen detaillierten Kalender übrigens “phänologischen Kalender”.

Was ich besonders mag, ist die haptisch ansprechende Aufmachung des Buches: Mit seitlichen Registern, die ins Buch integriert sind, bin ich schnell bei der gesuchten Jahreszeit. Großflächige Fotos lassen mich davon träumen, im Vollfrühling Apfelblüten zu riechen, im Hochsommer Johannisbeeren zu ernten, im Vollherbst Möhren zu ziehen und im Winter – naja, die Füße hochzulegen, weil der Campingplatz dann geschlossen hat.

Doch nicht nur die Optik des Buches ist sehr ansprechend: Für mich als Anfängerin ist auch gut aufbereiteter Inhalt ausschlaggebend. Obwohl ich an der ein oder anderen Stelle nochmal stocke, da mir die Pflanzenarten (noch) nichts sagen, fühle ich mich doch sehr gut abgeholt.

Der Aufbau: Wichtige Infos schnell gefunden

Die Kapitel sind alle gleich aufgebaut, wie ich zu Beginn direkt erklärt bekomme. Zuerst kommen allgemeine Tipps, dann die Arbeiten rund um Ziergärten und dann alles zu den Küchengärten. Da ich weiß, dass bisher in Holland keine Nutzpflanzen stehen, bin ich natürlich sehr daran interessiert, was ich in diesem Bereich so lernen kann.

Himbeeren und Äpfel hätte ich gerne in diesem Sommer schon im Garten – und direkt im ersten Kapitel (Vorfrühling, Feb-März) lese ich, dass ich sie jetzt pflanzen sollte. Wunderbar. Gleichzeitig bekomme ich am Ende des Buchs in Tabellen eine Übersicht, welche Sorten zu empfehlen sind. Leider ist die Seite mit den “Nützlichen Adressen” recht überschaubar, sodass keine Baumschule in meiner unmittelbaren Nähe verzeichnet ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich mich da auch mit genug Recherche zurechtfinden werde.

Zum Schluss eines jeden Kapitels gibt es eine Doppelseite, auf der konkrete Fragen beantwortet werden. Diese zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. Ich werde vermutlich nicht alle Antworten benötigen, da ich andere Fragen stellen muss.

Die Inhalte: Viele praktische Tipps, um Fehler zu vermeiden

In jedem Kapitel finden sich zahlreiche praktische Hinweise. Zum Beispiel Zeichnungen für Baum- oder Heckenschnitte. Auch zum Thema Bewässerung, Bodenqualität und Pflanzenkrankheiten finde ich wichtige Anregungen. Ich hoffe, dass ich hier schon vor einigen Fallstricken gewarnt werde, sodass ich “Fehler” vermeiden kann, statt sie hinterher ausbügeln zu müssen.

Geschrieben sind die Texte sehr verständlich – in der Regel werden Fachbegriffe auch erläutert, sodass ich als Laie nachvollziehen kann, was mit “Mieten” (Lager in der Erde) oder “Bäume erziehen” (nach und nach in die gewünschte Form bringen) gemeint ist.

Die Kritik: Umgang mit dem Thema Ungeziefer

Was mir an dem Buch negativ im Hinblick auf meinen Nachhaltigkeitsansatz aufgefallen ist, ist der Umgang mit Ungeziefer. Klar, ich kann derzeit noch nicht einschätzen, ob und welche Insekten meine Pflanzen befallen werden. Doch die Lösung, Schnecken zu zerschneiden, finde ich zumindest aus der Nachhaltigkeitsperspektive fragwürdig. Schließlich gehören auch Schnecken zum Lebensraum Garten dazu und sind schützenswert. Mein spontaner Gedanke: Wie gut, dass ich in der Nähe unseres Grundstücks die Heide liegen habe, dann kann ich die Schnecken notfalls ausquartieren.

Das Fazit: Für Anfänger und Profis ein Muss

Alles in allem bin ich total begeistert von dem Buch. Sowohl für den Einsteiger als auch den Profi ist dies sicherlich ein Standard-Nachschlagewerk, das bei den meisten Fragen helfen kann. Während ich mich zu Beginn einfach an den Jahreszeiten orientieren kann, kann ich mit steigender Erfahrung einfach mit der Schlagwortsuche die speziellen Kapitel finden, die mich gerade interessieren. Kein Wunder, dass das Buch den Gartenbuchpreis in der Kategorie “Mein schöner Garten”-Leserpreis bekommen hat.

Meine Bewertung: