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Corona-Krise: Anzucht auf dem Balkon statt in Holland

Eigentlich wollte ich in diesem Beitrag darüber schreiben, wie ich den ersten Besuch in Holland vorbereite. Doch leider verzögert sich dieser Aufenthalt wegen der Corona-Krise um unbestimmte Zeit. Was nun?

Natürlich gibt es wichtigere Dinge als meine Sorge um den Garten in Holland. Dennoch hat mich die Corona-Pandemie in diesem Frühjahr so kalt erwischt, dass ich erstmal ein paar Tage brauchte, um zu überlegen, wie es nun mit meinem Gartenprojekt weiter gehen kann. Die Lösung ist so einfach: auf unseren zwei Balkonen.

Als es in den Nachrichten Mitte März hieß “Kitas und Schulen werden geschlossen”, hatte ich schon eine Ahnung, dass wir nicht so schnell in den Urlaub fahren werden, wie es geplant war. Meine erste Reaktion war natürlich Frust. Darüber, dass die wundervollen Pläne durchkreuzt worden sind. Und darüber, dass es auch nach den eindrücklichen weiteren Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung immer noch so viele Menschen gibt, die die Gesundheitskrise nicht ernst nehmen. Und sie durch ihr Verhalten vermutlich verschlimmern – und mich letztlich noch länger von meinem Gartenprojekt abhalten.

Wir stehen nun möglicherweise kurz vor einer Ausgangssperre, die zwar vermutlich nicht so lange anhalten wird wie in China (da sind es nunmehr zwei Monate), uns aber als Familie an die Grenzen unserer Belastbarkeit bringen kann. Es muss eine Ablenkung her.

Balkon statt Garten: Anzucht startet ab sofort

Um wieder in meinem Einflussbereich etwas zu bewegen, habe ich die erste Woche der kitafreien Zeit damit verbracht, den Balkon aufzurüsten. Die Blumen sind gepflanzt – zur großen Freude unserer Kinder, die dabei natürlich geholfen haben. Die Böden sind geschrubbt – dank des tatkräftigen Mannes.

Nun möchte ich gerne auch Nutzpflanzen auf den Balkon holen. Doch wie klappt das am besten? Welche Pflanzen brauchen welche Umgebung? Statt mir erstmal Fachwissen anzulesen, habe ich mich an die Anzucht von fünf Pflanzen gewagt: Tomaten, Zucchini, Möhren, Salat und Basilikum. Woher die Mischung kommt? Das ist ein Sammelsurium von Geschenken, die wir als Familie hier und da erhalten haben. Wie gut, dass die Kinder absolute Tomaten-Fans sind.

In kleinen Töpfchen können die Samen nun austreiben und uns hoffentlich in zwei Wochen die ersten Keimlinge präsentieren. Bis dahin werde ich mir Gedanken machen, welches Hochbeet ich für die weitere Zucht verwenden möchte. Leider habe ich wahrscheinlich keine Chance, selbst eins zu bauen, deswegen muss ich mich auf fertige Lösungen einlassen.

Himbo Top® für den Kübel – die ersten Triebe

Wie gut, dass ich die Himbeeren für Holland noch nicht bestellt habe, denn auf dem Balkon habe ich keinen Platz für mehrere Sträucher. Denn tatsächlich hatte ich schon vor einigen Wochen aus einer Laune heraus eine Himbeere für den Kübel gekauft und gepflanzt. Dieser treibt schon aus. Als Sorte habe ich hier “Himbo Top®” genommen. Denn dies war die einzige Sorte, die ich bei meinem hiesigen Blumenhändler an dem Tag gefunden habe. Aber das Gute: Wenn es klappt, haben wir zumindest ab August mehrere Wochen lang frische Himbeeren. Ein kleiner Lichtblick für den Sommer.