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Läusealarm: Was tun gegen Schädlinge auf der Himbeere?

Der Albtraum eines jeden (Hobby-)Gärtners sind vermutlich Läuse. Zumindest zählen diese Tiere zu meinen schlimmsten “Feinden”. Als ich auf meiner schönen, zart treibenden Himbeere zahlreiche kleine und größere grüne Blattläuse entdecke, muss ich handeln.

Zuerst gilt es, den Schaden zu begutachten und das Ausmaß des Befalls festzustellen. Dann muss ich überlegen, was ich dagegen tun kann und möchte. Denn klar ist, die chemische Keule kommt nicht in Frage. Aber was dann?

Meine Himbeere hat mittlerweile recht gut ausgetrieben und ist ca. 40 cm hoch. Ihre Blätter zeigen erste Knospen und tatsächlich ist auch die erste Blüte geöffnet. Die Läuse haben sich vornehmlich auf die Knospen gesetzt, teilweise unter die Blätter.

Schritt 1: Absammeln und weiter beobachten

Ich beschließe, sie erst einmal anzusammeln. Dazu lege ich um die Pflanze Küchenrolle, damit die Tiere nicht wieder auf die Erde fallen, denn dort legen sie ihre Eier und das Spiel ginge von vorne los. Also schüttele ich nach und nach hunderte Läuse von der Pflanze. Meine große Tochter hilft mir – mit Adleraugen entdeckt sie auch die allerletzte Laus.

In den folgenden Tagen beobachte ich die Himbeere sehr genau. Weitere Tiere sammele ich ebenfalls vorsichtig ab. Gleichzeitig erkenne ich aber auch, dass die Blätter sehr schlaff sind, was nach kurzer Recherche darauf hinweisen soll, dass die Pflanze unter Stress steht.

Schritt 2: Düngen, um die Himbeere zu stärken

Wie beim Menschen, dessen Immunsystem sich gegen Viren verteidigen muss, braucht auch eine Pflanze starke Abwehrkräfte, damit sie vor Schädlingen und Krankheiten geschützt ist. Deswegen muss ich dringend düngen. Denn bisher hatte ich dieses wichtige Element des Gärtnerns vernachlässigt.

Wie ich aber auf verschiedenen Websites und in Ratgebern lese, muss ich mich um die Nährstoffversorgung kümmern – zumal die Beere in normaler Blumenerde in einem Kübel steht. Also kaufe ich eine Packung Beerendünger von Neudorff und hebe die Düngekügelchen unter. Kräftig gießen und hoffen, dass sich die Pflanze rasch erholt.

Schritt 3: Separieren und auf fliegende Läuse achten

Damit andere Pflanzen nicht auch noch von Läusen befallen werden, stelle ich den Kübel auf den zweiten meiner Balkone. Diesen Luxus hat nicht jeder, daher mein Tipp: Achtet vor allem auf Läuse mit Flügeln. Wenn sich diese Generation entwickelt hat, suchen sich die Tiere ein neues Zuhause. Dann sind ganz schnell alle Pflanzen in der Umgebung befallen.

Schritt 4: Chemie – aber möglichst harmlos, bitte

Nachdem ich die ersten fliegenden Läuse entdeckt habe und auch sonst täglich neue Tiere hinzu kommen, beschließe ich, mich doch einmal mit chemischen Mitteln zu befassen. Das Hausmittel “Seifenwasser” teste ich nicht – vor Jahren habe ich das mal bei einer Rose gemacht, leider ohne Erfolg, sodass ich diesmal von Beginn an skeptisch bliebt.

Im Baumarkt lasse ich mich also ausführlich beraten. So richtig glücklich bin ich mit den Mitteln nicht. Die einen beinhalten ein Insektizid, die anderen sind zwar auf Seifenbasis, haben aber auch irgendwelche Gifte enthalten. Am Ende entscheide ich mich für ein Mittel, das auf Kaliseife basiert: “Neudosan AF Blattlausfrei” von Neudorff. Entscheidend war für meinen Kauf, dass das Mittel für den ökologischen Landbau geeignet und nicht bienengefährlich ist.

Schritt 5: Erfolg bewahren und nicht zu viel gießen

Nach gut anderthalb Wochen bin ich mit der Lauskur fertig. Zwar sehen die Blätter der Beere noch immer recht kraftlos aus, doch Blattläuse sehe ich nicht mehr. Natürlich werde ich sie noch weiter im Blick halten. Fürs Erste darf die Himbeere also wieder auf den Balkon zu den anderen Pflanzen.

Ich muss künftig nur noch darauf achten, dass sich im Kübel keine Staunässe bildet. Bisher bin ich hängenden Blätter immer mit ordentlich viel Wasser begegnet. An vielen Stellen habe ich aber mittlerweile gelesen, dass Pflanzen eher einen Schaden davon tragen, wenn sie ständig “nasse Füße” haben, als wenn sie mal einen Tag etwas trocken werden.